Freitag, 27. Juni 2008

Wuff

Laika ist unsere braune Münsterländer - Terrier Mischlingshündin. Wir haben sie vor mittlerweile 13 Jahren als Welpen bekommen. Damals hieß sie Angie und war total ängstlich. Aber wie das mit Hunden so ist legte sich das schnell. Vor 8 Jahren ist sie meiner Mutter einmal weggelaufen und kurze Zeit später war sie scheinschwanger - dachten wir zumindest. Ja und dann hatten wir 3 Welpen von einem unbekannten Rüden. Sie war dann sehr krank, hat keine Milch gehabt und wir hatten Angst dass sie sirbt. Es war eine sehr stressige Zeit, weil wir die eh zu klein geratenen Welpen alle 2 Stunden mit der Spritze füttern mussten. Sie passten in eine Hand und haben sich schon kräftigt gewehrt... Es ging aber alles gut und das einzige Männchen (Laika ist mittlerweile kastriert) haben wir behalten.
Das eine Weibchen (Lisa, heißt jetzt Ronja) haben wir mit 12 Wochen an eine Freundin abgegeben, das andere (Luna) hatten wir noch ca. 1 Jahr lang, mussten sie dann aber abgeben, weil 3 Hunde dann doch ein wenig viel wurden.


Naja, Lobos Vater kennen wir also nicht, aber wir vermuten, dass es so ein Straßenköter war, der immer bei uns inner Gegend rumläuft. Der Vater von diesem Hund war wahrscheinlich ein Labrador. Lobo hat ein wenig Ähnlichkeit mit einem Labrador, ist aber ein wenig kleiner und zierlicher und hat so ein hässliches "Ringelschwänzchen". Er ist ein bisschen dumm, aber wir lieben in trotzdem *g*

Fazit: Kastriere deine Hündin oder lass sie nie weglaufen. Welpen sind süß, aber anstrengend ;-)

Zwischen Glück und Verzweiflung

September 2002: Endlich war es soweit: Wir holten unser neues Pferd Paco ab. Eine Woche vorher hatten wir uns ihn angeguckt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das perfekte Pferd. Es war hauptsächlich für meinen großen Bruder und mich bestimmt, denn unser Pony war langsam aber sicher zu klein geworden. Nach zahlreichen Pferden, die über ganz Deutschland verteilt waren, waren wir uns endlich einig: Er musste es sein! Ein Fuchswallach, 1,74m groß und kräftig gebaut. Das Alter stimmte, die Ausbildung stimmte. Einfach alles stimmte.
Zu Hause angekommen entdeckten wir das erste Problem: 600 Kilogramm stürzten auf uns zu sobald wir die Boxentür öffneten. Die Ohren fast bist zur Unsichtbarkeit angelegt, schnaubend und prustend wie ein Drache versuchte er uns zu beißen. Okay, neue Umgebung, vielleicht ist er einfach nur nervös und fühlt sich unsicher. Die nächsten Tage änderte sich jedoch nix daran. War er e
rst mal aus der Box draußen, so war er friedlich. Unterm Sattel geradezu ein Lamm. Vielleicht Platzangst? Wir tauschten die Box mit unserem Pony, das eine Box mit Fenster hatte. Das Verhalten änderte sich nicht. Ende Dezember wurden wir dann von dem Stallbesitzer rausgeworfen. Paco war zu gefährlich. Sollten wir ihn zurückgeben? Das Recht dazu hatten wir. Nach langen Diskussionen mit der ganzen Familie entschieden wir uns jedoch dazu ihn zu behalten. Paco war ein sehr intelligentes Pferd; der Umgang mit ihm außerhalb der Box machte sehr viel Spaß. Ihn zu reiten war ein Traum, das ideale Lehrpferd. Gab man die falschen Hilfen so machte er auch alles falsch – wie könnte man besser korrekte Hilfengebung lernen?!
Wir suchten also einen anderen Stall und fanden auch einen. Paco bekam eine Box mit einem eigenen kleinen Paddock direkt davor und einer großen Wiese im Anschluss, auf den er tagsüber mit anderen Pferden konnte. Da tauchte ein neues Problem auf. Nun griff Paco sogar andere Menschen auf der Weide an, die ihr eigenes Pferd holen wollten. Glückerweise warf dieser Stallbesitzer uns nicht sofort raus. Einige kleine Angriffe blieben noch ohne Folgen. Eines Tages jedoch schlug er eine junge Frau so, dass sie ins Krankenhaus
musste; Rippenbrüche und Milzanriss. Von da an musste Paco alleine auf die Wiese. Er war gefährlich. Die Zeit war schwer für uns. Einige hassten uns für unser Pferd. Unsere Mutter hatte ständig Angst um uns und wir wollten dieses Tier trotzdem nicht hergeben. Er war mittlerweile ein Freund geworden. Er brachte Probleme mit sich, die wir vorher nie bedacht haben: In den Urlaub fahren und jemand anderem für diese Zeit dein Pferd überlassen? Klaro, macht jeder. Kein Problem. Für uns schon: Es wollte niemand mit ihm umgehen, bzw es wäre unverantwortlich gewesen ihn jemand anderem anzuvertrauen. Wenn er uns verletzte – okay, es war unser Pferd. Aber jemand anderen? Im Frühling und Herbst: Ich hab heute morgen keine Zeit, kannst du Paco eben die Decke abnehmen? Von wegen, nicht mal meine Mutter hat es immer geschafft so weit an ihn heranzukommen. Wie oft mussten wir viel Zeit investieren, die mit einem anderen Pferd nicht notwendig gewesen wäre. Denn unter Pferdeleuten hilft man sich, teilt sich Arbeit. Mit Paco ging das nicht.
In unserer Verzweiflung probierten wir alle noch so abwegigen Dinge aus um endlich ein „normales“ Pferd aus ihm zu machen. Neben den normalen Reitstunden übten wir am Boden mit einer speziellen Trainerin. Homöopathische Mittel und eine Pferdeflüsterin. Akkupunktur, Massagen und regelmäßiges Einrenken. Stundenlange Beschäftigung mit ihm, Vokabeln lernen vor seiner Boxentür. Geschichten vorlesen und Spaziergänge. So langsam konnten mein Bruder und ich sein Vertrauen gewinnen. Doch jede kleinste Veränderung konnte ihn aus dem Gleichgewicht bringen. Eine Sekunde Unaufmerksamkeit konnte uns Verletzungen einbringen. So einige Narben an meinem Körper stammen von ihm, einmal hat er mir sogar den Arm gebrochen. Aber wir konnten uns über jeden Fortschritt freuen wie kleine Kinder.
2 Jahre später, nach unzähligen Tränen, Wutausbrüchen, Verzweiflung und Zweifeln, schaffte ich es zum ersten Mal zu ihm zu gehen, während er am Boden lag. In de
m Moment war ich glücklich. Es war ein so unheimlich bewegendes Gefühl das Vertrauen von einem so misstrauischen, aggressiven Pferd gewonnen zu haben. Wer das nicht erlebt hat, der kann das nicht verstehen. Ich habe so einige Erfolge mit ihm auf Turnieren gehabt, aber genau der Moment, in dem dieses riesige Tier auf dem Boden liegt und ich es umarme, das ist der Moment an den ich mich am häufigsten erinnere – es war der glücklichste Moment in meiner Zeit mit Paco.
Das bedeutete jedoch noch lange nicht, dass Paco sich nun geändert hatte. Er konnte uns nie ein solches Vertrauen entgegenbringen, dass der Umgang mit ihm unbedenklich gewesen wäre. Oder sogar unbeschwert. Das habe ich mir immer gewünscht. Allerdings kannte ich mein Pferd wohl besser als all die anderen ihre braven Pferde kennen. Er war nicht einfach, aber er war etwas Besonderes und weder ich, noch mein Bruder, noch irgendjemand anders unserer Famile bereut im nachhinein den Kauf dieses einmaligen Pferdes.